Polieren / Oberflächen-Pflege

Unlackierte Instrumente poliert man immer in einer Richtung vom Schallstück zum Mundrohr – so wie das Rohr verläuft. Wenn vorhanden, sollte man Aufsteckhölzer bzw. Vorrichtungen nutzen, um beide Hände zum Ziehen des Lappens frei zu haben. Oder das Instrument wird von einer zweiten Person gehalten. Geeignet sind Baumwolltextilien mit Feinrippgewebe, z.B. Trikotstoffe, ungeeignet sind Nylon, Frottee und auch Wolle. Sie zerkratzt die Oberfläche, wie auch Kunstfasern saugt sie schlecht. Verwendet werden sollten aufgrund ihrer guten Pflegeeigenschaften wachshaltige Polieröle vom Fachhändler.

Lackpflegemittel schützen und reinigen lackierte Instrumente vor Handschweiß.

Silberpoliertüchern bringen versilberte Instrumente auf Hochglanz. Bei vernickelten Instrumenten können Chromputzmittel bzw. reguläres Polieröl verwenden werden.

Vorsicht vor ätzenden und alkalischen Poliermitteln: Sie zerfressen unter anderem Lötstellen, sind schädlich für die Gesundheit und die Natur.

Innenreinigung

Regelmäßige Innenreinigungen beseitigen Keime und Ablagerungen aller Art.

Für die Innenreinigung haben sich Durchziehschwämmen bewährt. Gegen Ablagerungen hilft, sie mindestens zweimal monatlich zu verwenden. Auf Bürsten mit Metallkern und metallische Gegenstände sollte verzichtet werden, um das Instrument nicht zu beschädigen. Lappen könnten das Instrument beim Durchziehen verstopfen.

Bei der Reinigung sollte aufgrund der Gefahr des Verbrühens kein heißes Wasser benutzt werden. Auch auf chemische Lösungsmittel oder ätzende Mittel sollte verzichtet werden, da mit ihnen die innere Eigenschutzschicht des Messings zerstört wird.

Stattdessen sollten ältere Ablagerungen mit mildem Spülmittel, Waschbenzin oder Äthanol gelöst werden. Kalkablagerungen lassen sich nicht entfernt, da sie durch Speichel entstehen.

Mundstücke sind hygienischer, wenn sie regelmäßig ausgebürstet werden.

Das Ölen bei Zylinder-Ventilinstrumenten

Alle Scharniergelenke und Stahlschrauben-Gelenke sollten mindestens zweimal im Jahr mit dickem Motorenöl, Mineral- oder dafür bestimmte synthetische Öle (HETMAN Nr. 14) gefettet werden.

Wechselflächen des Ventils sollten nicht geölt werden, weil sie dadurch viel zu träge laufen. Die Drehzapfen im oberen und unteren Deckel benötigen je ein bis zwei Tropfen dickes Maschinenöl.

Kugelgelenke bleiben mit dickem Öl gängig und geräuschlos. Beim Regulieren nachstellbarer Kugelgelenke wird Kugellagerfett an die Kugel gegeben.

Bei „Minibal®“-Gelenken empfehle ich dickes Maschinenöl (HETMAN Nr. 14). Es schmiert auch die Achse des Druckwerkes, der Wasserklappen sowie die Triggermechaniken.

Mangels Ölens kommt es zum Unrundlaufen der Ventile. Durch das Austrocknen bei Spielpausen (Urlaub) verhärtet sich im Instrument der Kalkansatz. Dadurch blockieren die Ventile und/oder Züge oft. In solchen Fällen wenden Sie sich bitte an einen Instrumentenmacher.

Nicht verwendet werden sollten Feinmechaniker-Öle oder pflanzliche Öle aus dem Haushalt. Pflanzliche Öle enthalten Fettsäuren und verharzen sofort, so dass sie Metall aggressiv angreifen.

Das Ölen bei Perinet-Ventilinstrumenten

Die Perinet-(Pump-)Ventile sollten immer in einem Ölfilm laufen. Das bewirkt eine gute Beweglichkeit und verhindert Kalkablagerungen und Metallabrieb.

Verwendet werden sollten nur spezielle Perinet-Ventilöle. Bei anderen Ölen oder ähnlichen Mitteln besteht die Gefahr, dass die Ventile schwer gängig laufen.

Unverzichtbar ist das Auswischen der Ventilbüchsen (bei vorherigem Abschrauben beider Deckel) mit einem weichen Baumwolllappen und Holzstab z. B. einem dicken Bleistift oder einem Quirlstiel. Mindestens einmal pro Monat sollte der Ventilwechsel mit einem Lappen abgewischt werden. Anschließend sollte neues Ventilöl aufgetragen werden.

Bei mangelnder Pflege können die Laufflächen verkalken, rau und porös werden, so dass die Ventile nur von einem Instrumentenmacher wieder richtig aufbereitet werden können. Unbedingt auf richtiges Wiedereinbauen der Ventile achten, da sonst der Luftstrom blockiert ist.

Das Fetten von Stimmzügen und Ventilzügen

Ventil- und Stimmzüge dienen zuerst zum schnellen Entleeren vom Kondenswasser und zum Reinigen. Darum sollten sie gut und schnell funktionieren, aber auch dicht sein. Deshalb müssen die Züge immer benutzt und richtig gefettet werden. In zweiter Linie regulieren sie die Stimmung eines Instrumentes.

Ventil- und Stimmzüge fettet man mit speziellem Stimmzugfett.

Triggerzüge, also mechanisch bewegte Züge, werden mit speziellem Gleitöl geschmiert.

(Posaunenfett oder -öl ist für Stimmzüge völlig ungeeignet, da es sich mit Wasser mischt, also nicht dichtet.)

Das Fetten von Posaunenzügen

Posaunenzüge werden nach Art des Zuges und entsprechender Toleranz speziell mit Posaunenfett oder -öl zu besserem Gleiten gebracht. Posaunenfett dichtet weniger, es sorgt für einen besseren Lauf und schützt vor Abrieb.

Es werden verschiedene Arten von Posaunenfetten, -gelen und -ölen (auch mit 2-Komponenten) verwendet. Bei Fragen zur richtigen Auswahl wenden Sie sich bitte an einen Fachmann.

Posaunenzüge müssen gerade, sauber, parallel zueinander und gut poliert sein. Nur dann laufen sie perfekt. Zu viel Fett ist ebenso schädlich wie als zu wenig. Zugrohre müssen sehr sauber gehalten werden.

Alle Richt-, Ausbeul- und Lötarbeiten sollten sofort und generell nur von einem Instrumenten-bauer ausgeführt werden.

Alle Richt- und Ausbeularbeiten sollten sofort und nur von einer Instrumenten-Werkstatt ausgeführt werden.